DAS WESTERNREITEN
   Westernreiten ... mit diesem Begriff werden die verschiedensten Vorstellungen verbunden. Die einen assoziieren mit dem Westernreiten Cowboyromantik, die anderen Rodeo oder wieder andere mögen wild um sich schießende Cowboys à la John Wayne vor ihrem inneren Auge haben. Doch Westernreiter sind weder verhinderte Möchtegern-Cowboys, noch reiten sie wilde Broncos oder zentnerschwere Bullen. Westernreiten ist vielmehr ein Sport, der besonders wegen seiner Disziplinvielfalt bei den Reitern beliebt ist.
 Gerade bei Freizeitreitern ist diese Art des Reitens immer gefragter. Westernreiten erlebt zur Zeit einen bis dato ungekannten Boom. Viele, die das klassische Reiten, oder auch englisches Reiten genannt, gelernt haben, satteln jetzt um zum Westernreiten.
   Entstanden ist das Westernreiten aus der Arbeit der Cowboys auf den riesigen Ranches Nord-Amerikas. Die ältesten Ursprünge jedoch findet man bei den spanischen oder auch mexikanischen Vaqueros.
Es ist die lessige Eleganz, die Beobachtern bei Westernreitern besonders ins Auge fällt. Ein guter Westernreiter auf einem gut ausgebildeten Pferd wirkt locker, entspannt und gelassen. Das gut ausgebildete Westernpferd wird von seinem Reiter durch minimalste Kommandos beherrscht. Das setzt viel Geduld und eine ausführliche Ausbildung voraus.
DIE DISZIPLINEN
 
HALTER
Für diese Disziplin wird das Pferd am Showhalfter vorgestellt. Der Richter bewertet das Pferd nach seinem Exterieur, Körperbau und Bewegungsablauf. Er muss dabei die für das Quarterhorse typischen Zuchtmerkmale beachten, die durch das Regelbuch der DQHA (Deutsche Quarterhors Ass.) festgelegt sind. Die wichtigesten Kriterien:
  • der Körper des Pferdes muss sich im Geleichgewicht befinden
  • das Pferd darf keine Fehlstellungen oder (ver-)erbliche Negativmerkmale aufweisen, wie Über- oder Untergebiss; bei Hengsten über zwei Jahre müssen beide Hoden sichtbar sein
  • Geschlechtstyp (feminin oder maskulin)
  • Grad der Bemuskelung
Gerade in den Halterklassen wird vom Richter sehr viel Fachkenntnis und Pferdeverstand verlangt. Das perfekte Pferd gibt es nicht. Entscheidend in dieser Klasse ist die Abwägung der Positiv- und Negativmerkmale, um letztendlich die Klasse gerecht zu platzieren.
SHOWMANSHIP AT HALTER
In dieser Klasse wird das Pferd ebenfalls am Halfter vorgestellt. Bewertet wird hier jedoch nicht das Pferd, sondern der Vorführer. Dieser muss hier unter Beweis stellen, dass er sein Pferd richtig präsentieren kann. Die Richter stellen ihm dazu eine Aufgabe, die er bewältigen muss. Die Richter bewerten die Fähigkeit, die Aufgabe zu lösen, sowie das Erscheinungsbild von Pferd und Reiter.
WESTERN HORSEMANSHIP
In dieser Disziplin werden ausnahmslos die Leistungen des Reiters beurteilt. Zur Bewertung kommen unter anderem die Haltung und das Einsetzen der Hilfen während der einzelnen Lektionen. Diese Disziplin könnte man als "Messlatte" für Turniereinsteiger bezeichnen. Denn wer in der Horsemanship-Klasse erfolgreich mitreiten kann, wird auch in anderen Reitklassen eine Chance haben.
WESTERN PLEASURE
 Diese Aufgabe ist eine Gruppenprüfung. Hier wird den Grundgangarten des Pferdes besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sollten bequem zu sitzen und gleichzeitig versammelt und taktrein sein. Das Pferd wird beidseitig im Walk (Schritt), Jog (Trab) und Lope (Galopp) vorgeführt. Die Pferde müssen leicht rückwärts zu richten sein. Diese Disziplin stellt hohe Anforderungen an die Rittigkeit und Versammelung des Pferdes.
TRAIL
Der Trail ist eine klassische Turnierdisziplin. Der Gehorsam des Pferdes, die korrekte Ausführung der verlangten Aufgaben sowie das Verhalten des Pferdes am Hindernis werden gewertet. Besonders in dieser Disziplin zählt das Alter eines Reiters nicht. Deshalb ist sie auch eine optimale Einsteigerdisziplin.
REINING
Das Reining ist die einzige Westerndressur, die nach Aufgabe (Pattern) mit festgelegten Lektionen geritten wird. Hier kommt es auf Schnelligkeit, Wendigkeit und das exakte Ausführen der Aufgaben an.
Erfolreich ist hier, wer sein Pferd sowohl rasant reiten aber gleichzeitig unter Kontrolle halten kann. Jede Abweichung von den vorgeschriebenen Wegen, jede Ungehorsamkeit des Pferdes wird mit Minuspunkten belastet. Pluspunkte gibt es für Pferd und Reiter für gut ausgerittene große und kleine Zirkel mit Tempowechsel, für saubere fliegende Wechsel, für korrekte "Sliding Stops", "Rollbacks" und schnelle, flache "Spins".  
TEAM PENNING
Hier muss ein dreiköpfiges Team innerhalb von 90 Sekunden drei Rinder aus einer Herde aussondern, die mit einer Nummer oder einem Halsband gekennzeichnet sind. Das Team mit der kürzesten Zeit gewinnt. Dabei ist das Berühren der Rinder mit den Händen, Hüften, Ropes, Gerten oder sonstigen Ausrüstungsgegenständen nicht erlaubt und hat eine Disqualifikation zur Folge.